Glossar zum Thema Systemische Aufstellungen

Die Systeme & Strukturen

im Zusammenhang der Systemisch-phänomenologischen Aufstellung.

Systeme

  • Innere Systeme - äussere Systeme
  • Soziale Systeme - Familie: Herkunfts- & Gegenwartssystem
  • Sozio-politische, -territoriale, ... & -technische Systeme
  • Die Funktion von Systemen
  • Systeme und ihre Reaktion auf Veränderun - Homöostase
  • Das System und sein „Gedächtnis“

Strukturen

  • Körperstrukturen,
  • Strukturen der Psyche,
  • Organisationsstrukturen, ... .

Der Mensch im Kontext von sozialen Systemen.

Wir Menschen organisieren uns in sozialen Systemen, sind Einzel- wie auch soziale Wesen. Soziale Systeme wie Familie, ..., Sippe bieten uns Schutz und Heimat und sind eine effizente Form der biologischen Überlebensstrategie. Wir gehören einer Familie oder einer Partnerbeziehung an und sind zusammen mit andere Menschen wiederum Teil von weiteren sozialen Systemen.

Wir sind Angehörige einer Nation, sind Einwohner einer Ortschaft, arbeiten in einer Organisation / Firma sind Teil einer Familie, eines Clans / Sippe, einer Sportmannschaft, einer Schulklasse, Mitglied eines Vereins oder einer politischen Partei. Wir sind eingebetetet in eine Gesellschaft mit Gesellschaftsnormen, einem Rechtssystem, Steuerrecht, Sozialsystem, ... . Selbst unsere Persönlichkeit ist ein System von Teilpersönlichkeiten.

Der Mensch als Teil von "sozialen" Systemen.

Wir Menschen sind Einzel- wie auch soziale Wesen, gehören einer Familie oder einer Partnerbeziehung an und sind zusammen mit andere Menschen wiederum  Teil von weiteren sozialen Systemen.

Wir stehen über vielschichtige und komplexe Strukturen miteinander in Beziehung. In diesen Beziehungsstrukturen entwickeln sich Dynamiken und es kommt zu Verstrickungen mit Abhängigkeiten die sich über mehre Generationen erstecken können und uns oft verborgen bleiben. Obwohl sie im Verborgenen wirken, ist der Einfluss dieser  Dynamiken und Verstrickungen die sie auf das Leben der betroffenen Personen ausüben, in keiner Weise abschwächt. Dieser "Fremdbeinflussungen" sind sich die betroffenen Personen sehr oft gar nicht bewusst.

Die Systemische Aufstellungsarbeit beruht auf dem Konzept, dass Systeme über eine Form der Erinnerung (Das „Systemgedächtnis“, das „wissende Feld“) verfügen. Das Erinnerungsvermögen erstreckt sich über die „Lebensphase“ des jeweiligen Systems. Analog dem Logbuch eines Schiffes, auch bei einem Führungswechsel. 


Systeme

Innere und äussere Systeme

Innere und äussere Systeme

Grundsätzlich ist es eine Standortsfrage was wir als inneres oder als äusseres (externes oder Teilsystem) System bezeichnen. Der Kanton ein untergeordnetes Teilsystem - oder Strukturelement der Schweiz. Im Zusammenhang der systemischen Aufstellung nehmen wir den Standort der Klientin ein.

 

Die Schweiz ein territoriales / politisches Systemm. Die Klientin ist als Einwohnerin ein Teil dieses Systems. externes / äusseres System
Die Verdauung Die Verdauung ein Teil des Körper von der Klientin internes System
Psyche - "Ich" Das "Ich" ein Teil der Klientin internes System
Soziale Systeme - Familie: Herkunftssystem & Gegenwartssystem

Sozialsysteme:
Sozialsysteme in der Schweiz:

  • Alters- und Hinterlassenenversicherung / Invalidenversicherung (AHV/IV),
  • Arbeitslosenversicherung [ALV],
  • Ergänzungsleistungen zur AHV und IV (EL),
  • Obligatorische Krankenpflegeversicherung,
  • Sozialhilfe / Fürsorge, ...

Soziale Systeme:
Familie, Partnerschaft - Herkunftssystem

Die Familie - der Clan - die Sippe

  • Das Gegenwartssystem: Die Familie, die Lebensge­meinschaft in der wir aktuell leben. Der Name Gegen­wartssystem kann irritieren, er bezieht sich nicht auf die Zeitspanne der Systemexistenz
  • Das Herkunftssystem: Die Familie von der wir ab­stammen, Eltern, Geschwister, Grosseltern, Urgross­eltern, die Ahnen, jeweils von der mütterlichen und väterlichen Seite.

Weiter "Gegenwartssysteme" sind:
Team am Arbeitsplatz, Nachbarschaft, Verein, Club, Sportteam, politische Parteien, … der wir angehören / wo wir Mitglied sind.

Sozio-politische, -territoriale, ... & -technische Systeme

Sozio-politische & -territoriale Systeme

Diese sind abhängig vom jeweiligen Land und seiner politischen Struktur. Beispiele

  • Nationalität: Schweizer  è Schweiz (CH)      
  • Region: Kanton Zürich (ZH)
  • Wohnort: Winterthur - ZH - CH

Sozio-technische Systeme

In der Arbeitswelt werden zur Unterstützung der menschlichen Arbeitsleistung verschiedenste Technologien eingesetzt. Wobei es in der Regel nicht mehr einzelne Maschinen oder Geräte sind. Es sind technische, vernetzte Systeme (Produktions­anlagen, Computerlösungen, Kommunikationstechnologien, etc. Je nach Funktion steuern, unterstützen, überwachend diese technischen Systeme die Arbeitsprozesse. Soziale Systeme und technische Systeme werden zum sozio-technischen Systemen.

  • Arbeitsplatz - Arbeitsteam,
  • Gremien, …
Die Funktion von Systemen

Die Funktion von Systemen.

Die Funktionen der Systeme sind:

  • Regeln, steuern,
  • strukturieren, ordnen,
  • verbinden, abgrenzen, …

Die Funktion der „Regelung“

Im Zusammenhang von „sozio“ Systemen ist diese Funktion von zentraler Bedeutung. Die „sozio“ Systeme beinhalten die Regeln des Zusammenlebens innerhalb des jeweiligen Systems, die der Zugehörigkeit, wie auch die des Kontakts mit den „Nachbarsystemen“.

Ein der wichtigsten Aufgaben von Systemen ist wie bereits erwähnt die Regelung. Diese Funktion hat die Aufgabe innerhalb eines Systems einen bestimmten Zustand aufrechtzuerhalten. (Zum Beispiel beim Blutkreislauf (ein biologisch-organisches System) ist es der Blutdruck). Greifen wir von aussen in ein System ein, erzielen wir kurzfristig eine Veränderung, doch nach einiger Zeit kippt das System in seinen „ursprünglichen“ Zustand zurück. Wir haben somit keine nachhaltige Veränderung erzielt.

Systeme und ihre Reaktion auf Veränderung - Homöostase

Systeme und ihre Reaktion auf Veränderung
Die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts
(Ho­möostase).

Nach Veränderungen an Sytemen kann sehr oft beobachtet werden, dass nach einiger Zeit die Systeme in ihren ursprünglichen Zustand zurückkippen. Die sy­stemimmaneneten Kräfte der Homöostase waren stärker als der Veränderungsimpuls. Dies hat oft zur Folge, dass bei Veränderungs­prozessen in der Politik von Diktaturen oder bei rigurosen Richtungsänderungen eine radikale Form des "Change Managements", die "verbrannten Erde“, zur Anwendung kommt. Das System wird nicht verändert, es wird bewusst zerstört und durch ein neues System ersetzt.

 

 

Das System und sein „Gedächtnis“

Das System und sein „Gedächtnis“

Eine Besonderheit von „sozio“ Systemen aus der Sicht der Systemischen Aufstellung ist das „Systemgedächtnis“ mit Informationen über die Geschehnisse im jeweiligen Systems. Ein Erinnerungsvermögen dass sich über den Zeitraum von "Generationen" erstreckt. Einige Erklä­rungshypothesen für das Phänomen sind.

  • Ruppert Sheldrake (PhD für Biochemie, Universität Cambridge, über seine Arbeiten „Das morphische Feld“.
  • Carl Gustav Jung, war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie. Er entwickelte das Konzept vom kollektiven Unbewussten und den Archetypen.

Das Systemgedächtnis beeinflusst aktiv die Geschehnisse innerhalb Systems. Es nimmt Angehörige des Systems in „seinen Dienst“. Die geschieht unterschwellig, das heisst die Betroffenen sind sich dieser „Fremdbeeinflussung“ sehr oft nicht bewusst. Frühere Handlungen führen zu Vertickungen und werfen Ihren Schatten über die Gegenwart.

Man könnte sagen, in extremen Fällen handeln wir wie „ferngesteuert“ und können uns unser Handeln selbst nicht erklären.

Strukturen

Strukturen

Ein System enthät Strukturen. Z. Bsp die Schweiz ist strukturiert in Kantone, Bezierke, Gemeinden. Eine Anordnung der Teile eines Ganzen zueinander; gegliederter Aufbau, innere Gliederung - "eine komplexe Struktur". Ein zusammenhängender Teil eines Systems.

Im Zusammenhang der Systemischen Aufstellung sind es beispielsweise Körperstrukturen, Persönlichkeits­strukturen, Problemstrukturen, … . So kann bei einer Strukturauf­stellung auch mit abstrakten Begriffen gearbeitet werden.

 

In der Soziologie versteht man unter der Struktur die Grössen und gestaltende Kräfte, die zwischen den Menschen vermitteln (z. Bsp. die Rechtssysteme mit den jeweiligen Rechtsstrukturen). Die Struktur wird meist als Grundlage sozialen Handelns verstanden, mit der Prämisse, dass sie die Wahlfreiheit beim Handeln begrenzt oder auflöst und die Ursache für sich wiederholende Handlungsmuster und die Verteilung von Macht ist. Die Struktur ist nach Ansicht vieler Soziologen omnipräsent und durchdringt alle sozialen Prozesse.


Systemische Aufstellungen - Systemische und Strukturen